Schicksal der Titanic – Besuch einer eindrucksstarken Ausstellung

Die TITANIC, ein Schiff der White Star Line, war ein Wunderwerk der Technik zu ihrer Zeit und wurde als „praktisch unsinkbar“ bezeichnet. Ungeheurer Luxus und eine unbeschreibliche Tragödie sind mit dem Begriff TITANIC verbunden. Eine Ausstellung „The Artifact Exhibition“ will den Betrachter mitten hinein nehmen, wir besuchen sie im Februar 2025. Die meisten u.g. Texte zu den Bildern sind den Ausstellungstafeln entnommen.

Ein rasantes Bevölkerungswachstum und wachsende soziale Spannungen trieben viele Menschen dazu, nach Amerika auszuwandern.
Die ausgeprägte Klassentrennung fand sich auch auf der Titanic wieder und sollte für die Chance, beim Schiffsuntergang zu überleben oder nicht, von Bedeutung sein.
Am 10. April 1921 legt die Titanic mit 2224 Menschen an Bord von Southampton, an der Südküste Englands, zu ihrer Jungfernfahrt ab.
Der nachgebaute Eingangsbereich …
… zu den Erste Klasse Kabinen.
Hier fanden sich berühmte Namen wie Astor, Guggenheim, Widener und Strauss. Sie alle gehörten zu den wohlhabendsten Menschen ihrer Zeit. Die Titanic konnte über 750 Passagiere der Ersten Klasse befördern. Der Preis für ein Erster Klasse Ticket variierte je nach Ausstattung und Lage zwischen heute umgerechnet 5.000 € und 18.430 €. Für die beiden teuersten Suiten waren umgerechnet je 110.000 € zu bezahlen.
Weil er die Route durch den Nordatlantik gut kannte, erhielt Edward J. Smith 1912 das Kommando über die „Titanic“. Obwohl vor starkem Treibeis gewarnt wurde, ließ er im Vertrauen auf Erfahrung und Ausguck volle Kraft fahren.
Kapitän Smith kam ums Leben, als die Titanic sank. Einige Überlebende berichteten, ihn beim Untergang der Titanic im Steuerhaus der Brücke gesehen zu haben, während andere behaupteten, gesehen zu haben, wie Smith mit einer Pistole Selbstmord beging. (Text Wikipedia)
Ein Ausschnitt einer Suite der Ersten Klasse.
Diese Kabinen konnten in ihrer Ausstattung mit den besten Hotels der Welt wetteifern. Großzügiger Raum für Schränke, private Badezimmer mit Badewannen und heißem wie kaltem fließenden Wasser. Viele Kabinen hatten zusätzlich angrenzende Salonräume.
Das Promenadendeck, auch A-Deck genannt, war den Fahrgästen der Ersten Klasse vorbehalten.
Es erstreckte sich auf beiden Seiten des Schiffes über jeweils 150 m und diente zum Verweilen in Liegestühlen, zum Promenieren.
Auch galt es als Lieblingsplatz für die Kinder der Passagiere der Ersten Klasse.
Café Parisien
Lesesalon der Ersten Klasse
Dem Restaurant nachempfunden.
Obwohl die Passagiere der Zweiten Klasse nicht in den Genuss der Annehmlichkeiten der Ersten Klasse kamen, standen auch ihnen hochwertig eingerichtete Kabinen, Speiseräume, eine Bibliothek und auch andere hochwertige Fahrgastbereiche zur Verfügung.
Unter den Passagieren der Zweiten Klasse waren erfolgreiche Unternehmer, Kleriker, ein Lehrer, ein Chauffeur.
Die Unterkünfte der Dritten Klasse, oft als „Zwischendeck“ bezeichnet, waren einfach ausgestattet, boten aber immer noch viel mehr Komfort als die entsprechenden Unterkünfte anderer Passagierschiffe. Denn auch die Passagiere der Dritten Klasse waren wichtige Kunden für die White Star Line, um auf der Transatlantikroute Gewinn zu machen.
Die Große Treppe war zweifellos eine der spektakulärsten Einrichtungen der Titanic.
Sie befand sich am vorderen Ende des Schiffes und erstreckte sich über sechs Decks, ebenfalls der Ersten Klasse vorbehalten.
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Byles sprach während des Untergangs anderen Passagieren Mut zu und kam selbst ums Leben.
Beesley hat den Untergang überlebt und seine dramatischen Erinnerungen notiert und später veröffentlicht.
Die Situation der Arbeiter im Schiffsrumpf war unvergleichlich hart. Diese restliche Besatzung – außer den Deckstewards, dem Bedienpersonal und den Offizieren, die sogenannten „schmutzigen“ Besatzungsmitglieder der Maschinenabteilung – sollte nicht in Erscheinung treten. Sie wurde in großen Schlafsälen für bis zu 50 Mann untergebracht.
Die Titanic lief mit knapp 6.000 Tonnen Kohle an Bord aus.
Die 159 Feuerungen des Schiffes verbrannten bis zu 850 Tonnen Kohle pro Tag, dies generierte etwa 51.000 PS.
Die ganz große Tragik, nach meinem Empfinden, war, dass nach dem Wassereintritt im Schiff die unteren Schotten geschlossen wurden und so ein Entkommen für viele Arbeiter unmöglich war.
Die Nacht des 14. April 1912 ist klar und bitterkalt. Vom Krähennest aus suchen die Ausguckposten Frederick Fleet und Reginald Lee das ungewöhlich ruhige Meer ab. Keiner der beiden hat ein Fernglags, sie wurden in der Hektik des Auslaufens verlegt.
Plötzlich taucht eine dunkle Masse vor dem Bug auf. Fleet läutet drei Mal die Alarmglocke und meldet der Kommandobrücke
„Eisberg direkt voraus!“
Auf der Kommandobrücke befiehlt der Erste Offizier sofort, das Ruder auf hart Steuerbord zu legen und gleichzeitig die Maschinen rückwärts laufen zu lassen. Die Titanic dreht nur langsam ab. Sie verfehlt die Hauptmasse des Eisbergs, rammt unter der Wasseroberfläche jedoch mehrfach einen Ausläufer. Der Aufprall drückt die Stahlplatten des Schiffes ein und reißt sechs schmale Schlitze in den Schiffsrumpf, die sich auf einer Länge von 91,4 m verteilen. Die Gesamtfläche des Lecks ist mit wenig mehr als einem Quadratmeter sehr gering, doch da sie sich auf fünf wasserdichte Abteilungen verteilen, in die nun mit hohem Druck Wasser einströmt, ist die Wirkung verheerend.
Nach der Kollision begutachtet der Konstrukteur der Titanic den Schaden und übermittelt dem Kapitän die unheilvolle Nachricht. Mit zwei gefluteten Abteilungen könnte das Schiff noch schwimmen. Auch den Verlust der ersten vier könnte es noch verkraften. Aber mit diesem Schaden wird der Untergang zu einer „mathematischen Gewissheit“. Die Titanic ist verloren.
Die meisten Menschen, die beim Untergang der Titanic umkamen, starben nicht, weil sie ertranken. Sie starben an Unterkühlung, dem raschen geistigen und körperlichen Zusammenbruch, der mit einem Abfall der Körpertemperatur einhergeht.
Die RMS Titanic versank um 2:20 Uhr am 15. April 1912
und wurde am 01. September 1985 wiederentdeckt. 73 Jahre lang lag sie verloren und vergessen in den eiskalten Gewässern des Nordatlantik, in einer Tiefe von fast vier Kilometern und einem Druck von über 415 bar.
Millvina, am 02. Februar 1912 geboren, wird mit ihrer Mutter im Rettungsboot 10 gerettet.
Millvina war von 2007 bis zu ihrem Tod mit 97 Jahren im Jahr 2009 letzte Überlebende der Schiffskatastrophe.


Am Ende der Ausstellung sind Schautafeln zu sehen, auf denen die Namen aller Passagiere und Besatzungsmitglieder aufgelistet sind. Dazu ist vermerkt, wer die Katastrophe überlebt hat und wer dabei umgekommen ist. Überproportional sind die Passagiere vor allem der Ersten und auch der Zweiten Klasse gerettet worden und überproportional sind die Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Eine für uns furchtbare Erkenntnis.

Die Ausstellung hat uns in sehr viele Details hineingenommen. Auch wurden vielfältigste Fundstücke gezeigt. Die Stimmung unter allen Ausstellungsbesuchern war gedrückt, was nicht verwundert. Wir wissen nun mehr über die Titanic, ihr Schicksal und das Schicksal von vielen Passagieren. Die Tickets zur Ausstellung sind als „Boarding Pass“ für jeweils eine/n Passagier/in der Titanic ausgestellt. So erfahren wir, wer die jeweils betreffende Person war, warum sie die Reise angetreten hat und wie das Schicksal dieser Reise für sie geschlagen hat.

Der Gang durch die Ausstellung scheint mir nicht wie der eines Voyeuristen, sondern geschieht in stiller Betroffenheit und Demut.

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